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Einblicke in die Regiondo-Roadshow in Andalusien: So verkaufen Sie Touren und Aktivitäten 2026

RC
Rosalie Comte
8 Min. Lesezeit

Manche Veranstaltungen sind reine Präsentationen, andere werden zum echten Gespräch. Unsere jüngste Roadshow in Andalusien war von der zweiten Sorte. Schon vor der ersten Kaffeepause kamen vor allem die Teilnehmer zu Wort.

Wir starteten in Málaga, fuhren weiter nach Granada zum ersten Meetup und waren zwei Tage später, am 28. Mai, in Sevilla. Zwei sehr unterschiedliche Städte und Märkte, und doch verband eine Frage beide Räume: Wie überzeugen wir den Erlebnisreisenden von 2026?

Ermutigend war, dass es in den Gesprächen mehr ums Wachsen als ums Erholen ging. Bei der großen Frage, wie man Touren und Aktivitäten 2026 verkauft, geht es darum, die Nachfrage profitabel zu nutzen. Genau das wollten die Anbieter vertiefen: Sichtbarkeit, Buchung und Marge, im Geschäftsalltag mit Erlebnissen.

Erster Halt: Granada, wo die Frage lautet, wie man sich abhebt

Granada ist eine Stadt voller Schönheit, Stolz und Ehrgeiz. Die Anbieter sprachen mit spürbarer Begeisterung über Flamenco, Kulturerlebnisse, lokale Identität und natürlich die Alhambra.

Hinter diesem Stolz stand eine handfeste Frage: Wie wächst man weiter in einem Reiseziel, das bereits bekannt, stark nachgefragt und hart umkämpft ist? Rund um diese Frage sammelten sich sehr Granada-typische Themen:

  • Sich abheben und differenzieren
  • Digitale Sichtbarkeit und Positionierung bei Google
  • Personalisierung und die richtigen Kunden gewinnen
  • Neue Produkte und Premium-Erlebnisse schaffen

In Granada lautet die Frage selten „Wie verkaufe ich mehr Tickets?“. Sie lautet eher: Wie hebe ich mich ab, wenn das Reiseziel längst berühmt ist und einige wenige Wahrzeichen die gesamte Nachfrage bestimmen?

Der Flamenco zeigte, wohin die Reise geht. In Granada ist er Emotion, Kultur und Atmosphäre, und zugleich ein Produkt, das sich mit echtem Mehrwert aufladen lässt, statt nur über den Preis zu konkurrieren. Dasselbe gilt für den Zugang zu Sehenswürdigkeiten und den bekannten Druck rund um die Alhambra-Tickets. Das Schöne war: Das Gespräch blieb nicht beim Problem stehen. Die Anbieter überlegten schnell, was sich darum herum aufbauen lässt: ergänzende Angebote, stärkere Partnerschaften, kulturelle Premium-Erlebnisse und mehr Gründe für Reisende, länger zu bleiben, mehr auszugeben und die Region zu entdecken.

„In einem etablierten Reiseziel entsteht Wachstum durch Differenzierung und neuen Mehrwert, nicht allein durch mehr Volumen.“

Zweiter Halt: Sevilla, wo die Frage lautet, wie man den Kunden erreicht

Zwei Tage später war in Sevilla eine völlig andere Energie zu spüren. Ein anderer Anbietermix, ein deutlich kommerzielleres Gespräch. Ging es in Granada um Differenzierung, drehte sich in Sevilla alles um den Zugang zum Kunden und darum, in einem überfüllten Markt überhaupt gefunden zu werden.

Wettbewerb war erneut das größte Wort, doch diesmal standen daneben Themen wie: den Endkunden erreichen, Online-Präsenz, Vertriebskanäle, Provisionen und Technik.

Entsprechend lebhaft wurde es beim Thema Vertrieb. Der OTA-Anteil an den Buchungen von Touren und Aktivitäten lag 2025 bei 37 %, die Direktbuchungen über die eigene Website knapp dahinter. Die Botschaft war nicht „OTAs sind schlecht“, sondern deutlich nützlicher:

„Behandeln Sie OTAs als Performance-Marketing, nicht als passive Abhängigkeit.“

Beim Thema Marketingbudget wurde es im Raum kurz still. Viele Anbieter investieren nur einen kleinen Teil ihres Umsatzes, manche haben gar kein festes Budget. Der Gedanke, auf den wir immer wieder zurückkamen: Marketing ist hier nicht nur Werbung. Es umfasst jeden Berührungspunkt zwischen Ihrem Unternehmen und dem Kunden:

  • Ihre Website und den Buchungsablauf
  • Ihre Bewertungen und Ihr Google-Profil
  • Ihre OTA-Einträge und Fotos
  • Ihre E-Mails und Antworten nach der Buchung

Jeder dieser Punkte ist eine Gelegenheit, ausgewählt zu werden.

Der Moment der KI-Sichtbarkeit

Einer der eindrücklichsten Momente in Sevilla war ein einfacher Live-Test. Wir baten die Anbieter, ChatGPT, Gemini oder ein anderes KI-Tool zu öffnen und so zu suchen, wie es ein Reisender tun würde: „Was kann ich in Sevilla unternehmen?“, „bestes Flamenco-Erlebnis“, „beste Kulturtour“.

Die Reaktionen waren sehr menschlich. Manche lächelten, weil sie auftauchten. Manche staunten, weil stattdessen die Konkurrenz erschien. Und manche bemerkten, dass die KI OTAs, Blogs oder Google zitierte, nur eben nicht die eigene Website.

„KI erfindet Ihren Ruf nicht. Sie setzt ihn aus dem zusammen, was online über Sie zu finden ist.“

Ihre Website, Ihre Bewertungen, strukturierte Inhalte, Ihre OTA-Präsenz und Ihr Google-Profil fließen alle ein. Und das wird Monat für Monat wichtiger. Das Arival Marketing Playbook führt KI-Chatbots als den am schnellsten wachsenden Entdeckungskanal, mit einem Wachstumsindex von +41 für Freizeitanbieter. Die gute Nachricht: Das haben Anbieter selbst in der Hand. Je leichter auffindbar und je konsistenter Ihre Inhalte heute sind, desto sichtbarer sind Sie dort, wo Reisende morgen zu suchen beginnen.

Wir freuten uns außerdem, Cristina Rius von Tiqets in Sevilla dabei zu haben. Sie brachte die Perspektive des Marktplatzes ein: wie Reisende kulturelle Erlebnisse entdecken, wie sich internationale Nachfrage verhält und warum Inhalte, Verfügbarkeit und Vertrauen so wichtig sind. Teil eines starken Ökosystems zu sein, ist ein guter Anfang. Trotzdem muss der Reisende Sie erst finden, verstehen, Ihnen vertrauen und am Ende bei Ihnen buchen.

Produktinnovation und Preisstufen

In beiden Städten kam ein Thema immer wieder auf: Produktinnovation. Nicht als Schlagwort, sondern als die ganz praktische Fähigkeit, mehr Kaufgründe zu schaffen. Die Anbieter wollten über das eine Standardprodukt zum Einheitspreis hinausgehen.

Der Preis schließt hier nahtlos an. 2025 arbeiteten rund 69 % der Anbieter noch mit statischen Preisen, allein durch mehr Struktur ist also viel Spielraum nach oben. Und für den Anfang braucht es keine komplexe dynamische Preisgestaltung. Beginnen Sie mit Wertstufen: Basic, Standard, Premium, VIP. Ein paar Beispiele aus dem Raum:

  • Eine Flamenco-Show: Standardplätze, Premiumplätze oder ein Getränkepaket
  • Eine Kulturtour: als Premium-Variante in der Kleingruppe oder als private Führung
  • Ein Hammam: Paarangebote, längere Rituale oder Zusatzleistungen

Es geht nicht einfach um einen höheren Preis. Es geht darum, den Mehrwert sichtbar zu machen, damit Reisende genau das Erlebnis wählen können, das zu ihnen passt.

Warum lokale Meetups wichtig sind

Das Beste an beiden Veranstaltungen passierte abseits der Folien, in den Kaffeepausen und beim Networking-Aperitif. Der Mehrwert wirkt in zwei Richtungen: zwischen Regiondo und den Anbietern und zwischen den Anbietern untereinander.

Granada und Sevilla zeichneten zwei einander ergänzende Bilder des andalusischen Marktes. Andere Städte, andere Anbieterprofile, eine gemeinsame Wahrheit: Der Reisende bucht weiterhin, er wählt nur sorgfältiger.

FAQ: Was sind die größten Herausforderungen beim Verkauf von Touren und Aktivitäten im Jahr 2026?

ANS: Die Nachfrage hat sich erholt, daher besteht die größte Herausforderung nicht mehr darin, Interesse zu wecken, sondern diese Nachfrage profitabel zu nutzen. Als entscheidende Bereiche für 2026 nennen Anbieter Wettbewerb, Differenzierung, digitale Sichtbarkeit, das Erreichen des Endkunden, den Umgang mit Kanälen und Provisionen sowie die Preisgestaltung.

FAQ: Wie sollten Tourenanbieter OTAs im Vergleich zu Direktbuchungen behandeln?

ANS: Behandeln Sie OTAs als Performance-Marketing, nicht als passive Abhängigkeit. Nutzen Sie sie, um Reichweite und Nachfrage aufzubauen, und stärken Sie parallel Ihre Direktbuchungen über Website, Bewertungen und Kundenbeziehungen. Der OTA-Anteil lag 2025 bei 37 % der Buchungen von Touren und Aktivitäten, die Direktbuchungen knapp dahinter. Eine gesunde Mischung aus beidem funktioniert am besten.

FAQ: Was ist KI-Sichtbarkeit und warum ist sie für Erlebnisanbieter wichtig?

ANS: KI-Sichtbarkeit bedeutet, ob Ihr Unternehmen auftaucht, wenn Reisende KI-Tools wie ChatGPT oder Gemini um Empfehlungen bitten. Die KI erfindet Ihren Ruf nicht, sie setzt ihn aus dem zusammen, was online zu finden ist: Website, Bewertungen, strukturierte Inhalte, OTA-Präsenz und Google-Profil. Da KI-Chatbots als der am schnellsten wachsende Entdeckungskanal für Freizeitanbieter gelten, werden gut auffindbare, konsistente Inhalte zu einer wichtigen Möglichkeit, ausgewählt zu werden.

FAQ: Wie können Anbieter Premium-Produkte ohne komplexe dynamische Preisgestaltung schaffen?

ANS: Beginnen Sie mit Wertstufen statt mit dynamischer Preisgestaltung. Bieten Sie dasselbe Erlebnis als Basic, Standard, Premium und VIP an. Eine Flamenco-Show kann Premiumplätze oder ein Getränkepaket ergänzen, eine Tour kann zur Kleingruppen- oder Privatführung werden, ein Wellness-Erlebnis um Zusatzleistungen wachsen. Ziel ist, den Mehrwert sichtbar zu machen, damit Reisende die passende Stufe wählen.

FAQ: Wie viel sollte ein Tourenanbieter für Marketing ausgeben?

ANS: Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, aber viele Anbieter investieren nur einen kleinen Teil ihres Umsatzes, manche haben gar kein festes Budget. Hilfreicher ist ein anderer Blick: Marketing ist die gesamte kommerzielle Präsenz Ihres Unternehmens, von Website, Buchungsablauf, Bewertungen und Google-Profil bis zu Fotos und Follow-up-E-Mails. Investieren Sie dort, wo Reisende tatsächlich über die Buchung entscheiden.

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